Richtig abgeräumt hat die Friedrich-Ebert-Schule beim Schülerzeitungswettbewerb der Jugendpresse Hessen. 1-1-2 ist in diesem Fall nicht die Notrufnummer, sondern es sind die Platzierungen, die erreicht wurden. Die Zeitung mit dem Namen „Freddys“ hat den Titel als beste Schülerzeitung des Jahres 2020 verteidigt. Der darin enthaltene Artikel über die „Schülerfirma Holzwerk“ errang den 1. Platz in der Sonderkategorie „Sozialgenial“. In der Kategorie „Wirtschaft“ wurde der Text über „Die Reise meines Shirts“ mit dem 2. Platz ausgezeichnet. Damit ist die FES mit drei Auszeichnungen der große Abräumer des Jahres und die erfolgreichste Schule beim Schülerzeitungswettbewerb in Hessen.

Das Gesamtwerk Freddys erreichte den 1. Platz bereits im Jahr 2019 und hat mit der Ausgabe Nr. 21, die unter dem Titel „Sind wir noch zu retten?“ stand, verteidigt. In der Laudatio von Jana Sauer hieß es, dass die Redaktion um Chefredakteurin Annika Rehm, den maßgeblich beteiligten Redakteuren Nele Drüge, Dominik Brenzel und Lars Swoboda, „brandaktuell“ und der Redaktion die Zukunft nicht egal sei. Zum Inhalt gehören mehrere Themen wie Klimawandel, Produktionsketten von T-Shirts, aber natürlich auch das alles überragende Thema Corona-Pandemie. Diese vielschichtige Themenauswahl von der ersten bis zur letzten Seite überzeugte die Jury. Sie betonte, dass die Redaktion neugierig sei, kritisch nachfragt, aber auch hinter die Kulissen blicken will. Dies sei ein wichtiger Baustein des Journalismus, der „klasse“ umgesetzt werde. Das „aufgeräumte übersichtliche Heft, die Gestaltung und die gelungene Mischung aus Unterhaltung“ seien weitere Gründe für den 1. Platz.

Nicht nur bei den Redakteuren um den die „Journalismus AG“ betreuenden Lehrer Armin Hochmuth herrschte große Freude. Auch die Schulleitung der Friedrich-Ebert-Schule sieht sich bestätigt in ihrem Konzept, junge Schüler im freiwilligen Nachmittagsbereich zu fördern, politisch zu bilden und Themen kritisch zu hinterfragen. Ein weinendes Auge hat hingegen die Preisverleihung dann doch: alle an der Freddys 21 beteiligten Schüler haben die Schule mittlerweile verlassen und versuchen an anderen Schulen höhere Schulabschlüsse zu erreichen.

Den 1. Platz in der Kategorie „Sozialgenial“ erreichte die Autorin Emelie Gross mit ihrem anschaulichen Artikel über die an der FES in das Schulkonzept integrierte Schülerfirma Holzwerk. Dr. Stefan Nährlich von der Stiftung Aktive Bürgerschaft betonte in seiner Laudatio, dass Emelie vieles journalistisch richtig gemacht habe und die Arbeit in der Schülerfirma Holzwerk vorstellt.

In der Firma Holzwerk setzen sich Schüler mir ihren Ideen zusammen und verwenden gebrauchte oder in der Natur vorkommende Materialien, die sie zu neuen Produkten wie einem Bienenhotel für die Schule oder Bänken umarbeiten. Die Erlöse aus dem Verkauf wiederum fließen in andere Projekte. Das passe genau richtig in unsere heutige Zeit und das große Thema Nachhaltigkeit. Der Artikel von Emelie sei informativ, bleibe aber auch gut verständlich. Der Adressat sei klar formuliert, andere Schüler für Holzwerk zu begeistern, damit sie dort mitarbeiten. Genau das war auch das Anliegen von Emelie, die betonte, dass sie „es wichtig fand die Schüler intern, aber auch außerhalb mehr Menschen über dieses tolle Projekt an ihrer Schule zu informieren“.

Die ehemalige Chefredakteurin Annika Rehm erreichte mit ihrem Artikel „Die Reise meines Shirts“ in der Kategorie „Wirtschaft“ den mit einem Preisgeld von 100,- € dotierten 2. Platz. Dies ist umso bemerkenswerter, da sich die Mittelstufenschülerin gegen Oberstufen- und Gymnasialschüler durchgesetzt hat.

In der Laudatio von Dr. David Eckensberger von der Hessen Trade & Invest heißt es, dass die Autorin den Weg von der Baumwolle bis zum Shirt im Geschäft in Hessen aufzeige. Sie nehme den Leser in ihrer Reise mit, der zum Nachdenken anrege und Zusammenhänge aufzeige, die vielen so nicht bewusst seien.

Der Weg und überragende Erfolg der Schülerzeitung Freddys 21 ist damit aber noch nicht zu Ende, denn der 1. Platz in Hessen führt gleichzeitig in die Endrunde von Deutschlands beste Schülerzeitung. Hier misst sich Freddys dann mit den Siegern aus den anderen Bundesländern. Das Ergebnis steht noch aus.

 

Armin Hochmuth