FES -Sommerkonzert 2018
im Atemstrom

Mitunter erklärt sich die manchmal schwierige Verkehrssituation in und um Schwalbach nur schwerlich. Anders war dies am Dienstag, 08.05.2018, denn ein Blick in die nahezu vollbesetzte Aula der Friedrich-Ebert-Schule zeigte, dass zahlreiche Eltern, Verwandte, Freundinnen und Freunde oder allgemein am Schulleben interessierte Besucher gekommen waren, um sich von den Schülerinnen und Schülern der Bläser- und Chorklassen der Schule unterhalten zu lassen.

Bereits mit dem Eröffnungsstück gelang es dem Chor der fünften Klassen, das Publikum zu fesseln und so dauerte es nur wenige Augenblicke, bis die Zuhörer sich mitreißen ließen und  die Choreographie aufnehmend, mit dem Gesang mitwippten und die Arme schwenkten. Angesichts dieser Performance verwundert es kaum, dass der Chor nur wenige Tage zuvor einen großen Erfolg im Rahmen des Musikprojekts „Klasse! Wir singen“ verzeichnen konnte.

Im fliegenden Wechsel betrat der Bläserkurs der fünften Klassen die Bühne und illustruierte mit dem Stück „Im (Atem-)Strom“ das Motto vieler Blechbläser: „Let it flow!“ Der Klang, den die jungen Musiker dabei ihren Instrumenten entlockten, lässt sich erst dann wirklich angemessen wertschätzen, wenn man sich einmal vor Augen führt, wie schwierig die Beherrschung eines Blasinstrumentes denn tatsächlich ist. Produziert man beispielsweise auf einem Klavier mit einem schlichten Tastendruck einen angenehmen Laut, so gestaltet sich dies mit einem Blasinstrument ungleich schwieriger, denn schon der erste Ton erfordert bereits ein enormes Maß an Arbeit und Konzentration. Lippen- und Zungenstellung sind ebenso zu beachten, wie Atemkontrolle, Zwerchfellstütze oder die Bedienung von Klappen, Ventilen und Zügen. Zieht man all dies in Betracht und führt man sich vor Augen, dass die Schülerinnen und Schüler noch gar nicht einmal lange in den Bläserklassen sind, so wird aus einer außerordentlichen Leistung eine wirklich sagenhafte Leistung!

Abgelöst wurden die Bläserkurse auf der Bühne von einer Percussion-Combo der Klasse 10a, die angesichts ihres in nicht allzu weiter Ferne liegenden Schulabschlusses dem Publikum mit einer Improvisation an Kongas, Bongos, Claves und Trommeln regelrecht einheizte.

Bei den Aufführungen des Klarinettentrios wie auch des Saxophonquartetts wurde ein weiteres tragendes Element des gemeinsamen Musizierens deutlich. Gerade das Spiel in kleinen Gruppen erfordert nämlich vor allem Eines: üben, üben, üben! Und dies immer und immer wieder und so lange, bis man den Einsatz des Spielpartners ebenso findet, wie den eigenen. Dass die Instrumentalisten dies getan hatten, zeigte das Zusammenspiel der einzelnen Musiker, die sich gegenseitig Melodien und Variationen wie musikalische Bälle zuspielten.

Das Bläserensemble der Jahrgänge 7-9 griff die besonders an der FES bedeutsame Fremdsprache Spanisch auf und begann ihren Bühnenauftritt mit dem Stück „Viva Espana“. Danach präsentierte Dominik G. an der Solotrompete „Il Silencio“ – ein Stück, welches unter Trompetern wegen der nicht ganz einfachen Tonalität durchaus als Angststück gilt – und meisterte sämtliche Herausforderungen, die das Stück bietet, vorbildlich. Bei dem anschließend wieder vom gesamten Ensemble vorgetragenen Stück „Pirates of the Carribean“ fehlte eigentlich nur noch ein Gastauftritt von Jack Sparrow (CAPTAIN!!! Jack Sparrow).

Die Zugabe, in welcher sämtliche Ensembles gemeinsam musizierten, zeigte deutlich, wie voluminös sich ein gut besetzter Klangkörper anhören kann. Und dies ist vielleicht der einzige Aspekt des Abends, an welchem man sich vielleicht doch noch ein wenig Veränderung wünscht. Obwohl die Anzahl der Teilnehmer in den Bläserklassen gerade auch angesichts der Gesamtschülerzahl der FES durchaus sehr beachtlich ist, so wäre eine noch größere Anzahl ganz einfach noch schöner.

Das Konzert zeigte deutlich, mit welchem Engagement, mit welchem Übungsfleiß und mit welchem Einsatz die Schülerinnen und Schüler, die Instrumentallehrerrinnen und -lehrer, vor allem aber auch die Ensembleleiterinnen Eva Monaghan und Claudia Schuhmacher ihre Projekte verfolgen. Auch der Einsatz hinter den Kulissen darf natürlich nicht vergessen werden, wenn ein Konzert reibungslos funktionieren soll und so sind selbstredend auch die Schülerinnen und Schüler welche Licht- und Soundtechnik betreiben ebenso am Gelingen beteiligt, wie Herr Ifraimov, der unermüdlich organisatorische Fragen klärt oder sich um Instrumente kümmert.

Der lang anhaltende Applaus am Ende des Konzerts war schließlich die wohlverdiente Anerkennung für das Engagement aller Beteiligten.

T.S. Rieger (Lehrer an der FES)

   

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